Beerwalde

Der Ortsteil Beerwalde ist malerisch in einem Tal eingebettet. Der Ort steigt nach Süden hin an und erreicht so fast eine Höhenlage von 500 Metern. Beerwalde wurde 1367 erstmals urkundlich erwähnt (nach einer Urkunde des Kloster Osseks). Es wurde als bäuerliches Reihendorf mit ursprünglich fächerartigen Waldhufen mit Sicherheit vor diesem Jahr angelegt. Nach wechselnder weltlicher und geistlicher Herrschaft gelangte das Dorf 1569 in den Besitz des Kurfürsten August, der es von Heinrich von Maltitz erwarb.

Die Haupterwerbsquellen der Beerwalder waren Ackerbau und Viehzucht. Der gute Boden lieferte ausreichende Erträge. Angebaut wurden Hafer und Roggen, später Flachs und Kartoffeln. Die Viehwirtschaft nahm besonders im 16. Jahrhundert einen wesentlichen Aufschwung. Außer Schafen wurden auch Rinder und Ziegen gehalten. Trotz zahlreicher Zechentäufungen, die der Aufschwung im Bergbau um Freiberg mit sich brachte, wurden in der Gemarkung Beerwalde keine bedeutenden Erträge im Bergbau erzielt. Jedoch wuchs die Zahl der Siedler. Aufgrund seiner Lage und der damit verbundenen ungünstigen Verkehrsanbindung war Beerwalde schon immer ein kleiner Ort und hatte nie mehr als 500 Einwohner.

1783 wurde wie erste Schule, das heutige Wohngrundstück Nr. 45, erbaut. 1894 erfolgte die Einweihung der neuen Schule, die wieder mit Dachreiter, Uhr und Läuteglocke in alter Pracht hergerichtet worden ist. Obwohl die natürlichen Voraussetzungen zum Betreiben einer Mühle im Ort nicht günstig waren, gab es die Dorf- oder Justsche Mühle im unteren Teil des Ortes. Sie konnte aber nur bei genügend Wasserführung arbeiten. Im nahen Tal der Wilden Weißeritz konnte die Arbeit des Mahlens kontinuierlich gewährleistet werden. Deshalb wurden dort im 15. und 16. Jahrhundert die Beerwalder und die Talmühle errichtet. Beide Mühlen stellten ihren Betrieb nach dem Anstauen der Trinkwassertalsperre Klingenberg ein und wurden 1939 bzw. 1964 abgerissen.

Ortsansichten

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